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Geysir Andernach

Historie des Geysir 

Im beginnenden 20. Jahrhundert wurden erstmalig aufsteigende Gasblasen im toten Rheinarm der Halbinsel "Namedyer Werth" beobachtet. Bei einer ersten Bohrung um 1903/1904 zur Erschließung des Kohlensäure/Wasservorkommens "sprang" der Geysir das erste Mal um die 40 m hoch. Neben der gewerblichen Nutzung des Kohlensäure-Vorkommens durch die Namedyer Sprudel GmbH wurde dieses einmalige Naturschauspiel schon 1912 auch touristisch erschlossen.
So existierten gastronomische Betriebe am Rande des Geysirs, ferner wurden regelmäßig Reiterfeste veranstaltet.
Durch den ersten und zweiten Weltkrieg wurden an dem Geysir erhebliche Schäden verursacht. In der folgenden Zeit kam der Geysir im Jahr 1957 nach zusätzlichen technischen Problemen endgültig zum Erliegen.
(siehe "Historische Entwicklung im Überblick", Anhang 1)

Jahr/Zeitraum Ereignis
um 1900 Beobachtung von aufsteigenden Gasblasen im toten Rheinarm der Halbinsel Namedyer Werth, die als Faulgase interpretiert wurden.
1903-1904 1. Bohrung zu einer Tiefe von 343m, fördert alle 3-4 Stunden ca. 25m3 Mineralwaser geysirartig in eine Höhe von bis zu 50-60m.2
1904 Nutzung der Namedyer Sprudel GmbH für die Gewinnung von Heil- und Mineralwasser3 
1918 Schwere Schäden durch 1. Weltkrieg; keine Mineralwasser-, jedoch weiterhin Kohlensäuregewinnung4
1920 Augustinus-Sprudel AG, Hönningen, pachtet Kohlensäuregewinnung auf 30 Jahre5
Spätherbst 1953 Durch Beschädigungen kommt die Ergiebigkeit des Brunnens zum Erliegen
1955 C. Deilmann AG, Bad Bentheim, übernimmt Namedyer Sprudel GmbH und führt neue Bohrung 30m südöstlich des alten Brunnens bis in  eine Tiefe von 850m durch7
5. September 1957 Firma Deilmann nimmt Sprudel außer Betrieb8
21. Januar 1958 1. Analyse: "thermaler Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Säuerling"9
1966 Bestätigung durch Gutachten als natürliches Heil- und Mineralwasser durch Gutachten von Dr. K. Fricke, Krefeld10
1966 Überprüfung der Aktivität und Rohrleitungen des Geysirs durch Techniker11 
1967 Durch Bau der B9-Krahnenbergbrücke wird gewerbliche Nutzung eingeschränkt, so dass die Bohrung durch einen Schieber verschlossen wird; technische Zeichnung des Bohrlochverschlusses trägt das Datum 10.07.196712 
23. Dezember 1968 laut Bewilligungs- und Erlaubnisbescheid der Bezirksregierung Koblenz wurde Wasserrecht auf eine Dauer von 30 Jahren erteilt13 
22. November 1985 Ausweisung des Namedyer Werth zum Naturschutzgebiet14 
12. Januar 1990 Kauf des Namedyer Werth durch die Stadt Andernach von Firma C. Deilmann AG15 
25. Juni 1997 Schreiben der Bezirksregierung Koblenz zur Verlängerung der Bewilligung vom 23.12.1968 zur Entnahme von Grundwasser zu Gunsten der Stadt Andernach 
1999  Geologische, hydrogeologische und geophysikalische Voruntersuchungen zur Auffindung eines Bohransatzpunktes für einen neu zu errichtenden CO2 -Sprudel-Brunnen17
09. Juni 2000 1. Sitzung der Arbeitsgruppe zur Reaktivierung des Namedyer Geysirs; Erläuterung verschiedener Bohrverfahren und diesbezüglich entstehender Kosten durch Herrn Prof. Hötzl und Herrn Krauthausen; Darstellung der Rahmenbedingungen und Problematik (Standortauswahl, Wasserdruck, Hochwasser, Kosten) der Bohrung18
20. September 2000 Antrag für Befreiung von den Verboten des §4 der Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet "Namedyer Werth" an Obere Landespflegebehörde Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord20
04. Oktober 2000 Antrag für Genehmigung des Hauptbetriebsplans für das Abteufen der hydrogeologischen Erkundungsbohrung21
08. Januar 2001 Befreiung von Teilen der Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet "Namedyer Werth" erteilt22 
15. März 2001 Ausnahmegenehmigung vom Verbot zur Durchführung von Gehölzrückschnitten im Naturschutzgebiet "Namedyer Werth" erteilt23 
04. April 2001 Zulassung des Hauptbetriebsplans der Stadtverwaltung Andernach für die Wassererschließungsbohrung "Neuer Namedyer Sprudel"24
 03. Juli 2001 Sonderbetriebsplan für die Bohranlage "DBA 4" zum Abteufen der Bohrung "Neuer Namedyer Sprudel" wird zugelassen.25 
August 2001 Beginn der Erkundungsbohrung für die mögliche Reaktivierung des Namedyer Sprudels 
2003 Vorbereitung der baulichen Umfeldgestaltung und Konzeption des Besucherzentrums.
 10.05.2005

Vertrag zwischen der Stadt Andernach und dem BUND: Der Geysir darf springen 

 2006/2007 Noch wird es rund 2 Jahre dauern, ehe der Geysir und das Erlebniszentrum offiziell eröffnet werden.
Doch für alle, die nicht solange warten wollten, hat die Stadt Andernach im Jahr 2006 den 1. "Geysir-Sommer" angeboten. An zehn Wochenenden konnten insgesamt ca. 5000 Interessierte das Naturschauspiel bewundern. Im Sommer 2007 nutzten bereits ca. 9000 Besucher die Gelegenheit, den Geysir springen zu sehen.
2008  Ein Jahr vor Eröffnung des Erlebnis-Zentrums startet im Juni der Geysir-Sommer 2008.
 
1. Stadtarchiv Andernach, Inv. Nr. 1411/84, Stoffsammlung von Karl Wind, "Das Namedyer Werth und sein Geyer", undatiert
2. Heinrich, F.: Der Namedyer Sprudel bei Andernach. In: Zeitschrift für praktische Geologie, XVIII. Jahrgang, Nov.-Dez. 1910, S. 447
3. Stadtarchiv Andernach, Inv. Nr. 1411/84, Stoffsammlung Wind, a. a. O.
4.  Stadtarchiv Andernach, Inv. Nr. 1411/84, Stoffsammlung Wind, a. a. O.
5. LHA Ko Best. 612 Nr. 4401, Niederschrift Bürgermeister Spaniol, S. 3
6. Ebda., Best. 612 Nr. 4401, Niederschrift von Bürgermeister Spaniol, vom 29. Dezember 1937, "Das Schicksal einer Rheinlandschaft". Niedergang und Aufstieg der Sprudelinsel bei Andernach.
7. Ebda.
8. Ebda.
9. Stadtarchiv Andernach, Inv. Nr. 10/97; Stadtwerke Andernach GmbH: Der Namedyer Sprudel; Oktober 1996Gutachten des Chemischen Laboratoriums Fresenius, Wiesbaden, 21.01.1958 
10. Ebda.
11. Bericht Rhein-Zeitung, Andernach - Namedy vom 13.05.66
12. Ebda.
13. Ebda.
14. Bezirksregierung Koblenz, Rechtsverordnung vom 22. November 1985, inkraftgetreten am 16. Dezember 1985 mit der Veröffentlichung im Stadtanzeiger Nr. 48, S. 1100-1101
15. Kaufvertrag vom 12. Januar 1990, Urk. R. Nr. 39
16. Schreiben der Bezirksregierung Koblenz vom 25.06.1997
17. Abschlussbericht der Voruntersuchungen CO2 -Sprudel Namedy - Andernach von Prof. Dr. Heinz Hötzl und Dr. Wolf-gang Breh, Dipl.-Geologe erstellt für Stadtwerke Andernach GmbH, angewandte Geologie Karlsruhe im Januar 1999
18. Schreiben WFG vom 14.06.2000 an Stadtwerke Andernach GmbH
19. Schreiben Bezirksregierung Koblenz vom 09.12.2000
20. Büro Dr. Sprengnetter und Partner Gbr, Bad Breisig, aufgestellt im September 2000, Bearbeiterin: Irmgard Schröer, Dipl. Ing. (FH) Landespflege
21. Büro Dr. Sprengnetter und Partner Gbr, Bad Breisig, aufgestellt im September 2000, Bearbeiterin: Irmgard Schröer, Dipl. Ing. (FH) Landespflege
22. Schreiben Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord vom 08.01.01
23. Schreiben Kreisverwaltung MYK vom 15.03.2001
24. Zulassung Bergamt Rheinland-Pfalz vom 04.04.2001
25. Zulassung Bergamt Rheinland-Pfalz vom 03.07.2001

 
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