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Geysir Andernach

Was ist der Geysir Andernach?

Bitte zum Vergrößern doppelklick!Funktion eines Kaltwasser-Geysirs
Anders als bei den bekannteren Heißwasser-Geysiren, beispielsweise in Island, die das Wasser durch den Dampfdruck von überhitztem Wasser heraus schleudern, wirken beim „Geysir Andernach“ kaltes Grundwasser und Kohlenstoffdioxid als treibende Kräfte. Denn Voraussetzung für das geysirartige Ausstoßen der Fontäne ist der Zustrom von relativ kaltem Grundwasser mit großen Mengen darin gelöstem Kohlenstoffdioxid umgangssprachlich Kohlensäure genannt.

Als CO2-Quelle dient das Vulkangebiet der Osteifel. Am östlichen Rand dieses Vulkangebietes sind durch „geologische Großstörungen“ Risse und Klüfte entstanden, die in dem ansonsten relativ undurchlässigen Schiefergestein Aufstiegsbahnen für das vulkanische CO2 entstehen ließen. Dieses Gas trifft mehrere hundert Meter unter der Erdoberfläche auf relativ kaltes Grundwasser.
Durch die niedrige Temperatur und den hohen Druck können in diesem Grundwasser sehr große CO2 - Mengen gelöst werden.

Geysir AndernachDieses Grundwasser fließt aus verschiedenen Wasser führenden Schichten in den etwa 350 Meter tiefen Bohrbrunnen des „Geysir Andernach“. Da diesem Brunnen ständig Grundwasser zuströmt, steigt die Wassersäule langsam bis zur Erdoberfläche an. Durch das Gewicht dieser Wassersäule steigt mit zunehmender Brunnentiefe der Druck an. In 350 Meter Brunnentiefe beträgt der Druck bei vollständig gefülltem Brunnen rund 35 bar.
Im Vergleich zu normalen Umgebungsbedingungen ist daher jetzt auch im Brunnenwasser ein Vielfaches an Kohlendioxid gelöst. Mit dem Aufstieg des CO2-gesättigten Wassers gelangt dieses Wasser unter geringere Druckbedingungen; das bis dahin gelöste CO2 fällt als Gasbläschen aus. Die aufsteigenden Gasblasen dehnen sich auf ihrem Weg zur Erdoberfläche weiter aus.

Durch den Zustrom des Grundwassers aus der Tiefe und die Volumenausdehnung der Kohlendioxidbläschen wird gleichzeitig das entsprechende Wasservolumen verdrängt, so dass am Brunnenkopf Wasser überläuft.
Der fortlaufend abnehmende Druck reduziert die Löslichkeit von Kohlendioxid im Wasser weiter.
In der Folge bilden sich immer mehr Kohlendioxidbläschen, die Richtung Brunnenkopf steigen, sich dabei immer weiter ausdehnen und immer mehr Grundwasser überströmen lassen. Der so ausgelöste „Domino – Effekt“ beschleunigt diesen Vorgang rasant. Es bilden sich Gasblasen, die den gesamten Brunnenquerschnitt ausfüllen, sich danach nur noch in der Höhe ausdehnen und schließlich die gesamte Wassersäule aus dem Brunnen fördern.  „Der Kaltwasser - Geysir springt“
Nach dem Ausbruch füllt sich der Brunnen wieder mit kaltem Grundwasser und der gesamte Vorgang wiederholt sich in relativ regelmäßigen Zeitabständen.

Auf dem gleichen physikalischen Prinzip beruht der Vorgang beim Öffnen einer geschüttelten Mineralwasserflasche.

 

 
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